Blindenschrift bildet wichtige Grundlage

Alma Penon kümmert sich speziell um sehbehinderte Schüler / Hilfestellungen im Sportunterricht

BARNSTORF(bau)Sozialarbeit an der Christian-Hülsmeyer-Schule heißt auch, sich um Kinder mit körperlichen Einschränkungen zu kümmern. Hier ist die Unterstützung von Alma Penon gefragt. Sie ist Lehrerin für blinde und sehbehinderte Schüler und als solche im gesamten Landkreis Diepholz tätig, um betroffenen Schülern eine wohnortnahe Betreuung zu ermöglichen. Auch in Barnstorf gibt es einen blinden Schüler, der die neunte Klasse besucht und auf Hilfe angewiesen ist.

Alma Penon ist über den mobilen Dienst der Landesschulbehörde angestellt und begleitet ihre Schüler durch sämtliche Jahrgänge, also von der Grundschule bis hin zum Abitur. „Der erste Kontakt sollte bereits im Kindergartenalter erfolgen, damit zu Beginn der Schulzeit eine vertraute Person als Ansprechpartner für den Schüler, aber auch für die Eltern und die Lehrer da ist“, weiß die Pädagogin.

penonIm Gegensatz zu den übrigen Kollegen greift Alma Penon auf ganz spezielle Unterrichtsmaterialien zurück. Für ihre Schüler gibt es Lehrbücher in Blindenschrift mit Skizzen, Zeichnungen und Bildern sowie Hilfsmittel wie Tafelkamera oder das Bildschirmlesegerät. Dabei müssen die Bücher teilweise ganz individuell aufgearbeitet werden, damit sie zum gezielten und erfolgreichen Lernen geeignet sind.

Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Lehrern, die in der Regel noch keinen blinden oder sehbehinderten Schüler unterrichtet haben. Sowohl didaktische als auch methodische Fragen, Unterrichtsorganisation und soziale Fragen müssen besprochen werden, schon bevor das Kind seinen ersten Schultag hat. Nicht zu vergessen ist die Unterstützung der Eltern bei notwendigen Behördengängen sowie Tipps für die Hausaufgabenbetreuung, damit sie ihrem Kind das selbstständige Lernen von Anfang an ermöglichen können.

Eine wichtige Grundlage ist die Blindenschrift. Während sich die Schulanfänger in der ersten Klasse mit dem Alphabet befassen, kann der blinde Schüler im Klassenverband bleiben und im Beisein der Fachkraft denselben Buchstaben in Brailleschrift lernen. Die Bedienung einer PC-Tastatur und Tastenschreiben mit Zehn-Finger-System sind ebenfalls unerlässlich, damit die Schüler in der Lage sind, auch selbstständig Texte und Aufgaben zu erarbeiten, die dann gelesen, bewertet und kommentiert werden können. „Den Schülern werden sämtliche Blindentechniken vermittelt, damit sie in der Lage sind, auch in höheren Jahrgängen dem Unterrichtsgeschehen zu folgen und eigene Notizen anzufertigen“, unterstreicht die Lehrerin.

Da Alma Penon nur donnerstags und freitags vor Ort ist, hat die Haupt- und Realschule in Barnstorf eine Unterrichtshelferin eingestellt. Dabei handelt es sich um Susanne Stelter, die bereits seit 15 Jahren blinde und sehbehinderte Schüler begleitet und in Trägerschaft der Lebenshilfe arbeitet. Sie hilft Kindern, den Schulalltag zu bewältigen. Dank ihrer täglichen Begleitung kann sogar die Teilnahme am Sport gewährleistet werden. Sie leistet Hilfestellung beim Geräteturnen und in der Leichtathletik. „Nur bei schnellen Ballspielen machen wir ein paralleles Sportprogramm“, erklärt Susanne Stelter.

Interessierte Eltern, die das Gespräch suchen möchten, können einen Termin vereinbaren. Alma Penon ist jeden Donnerstag und Freitag in der Christian- Hülsmeyer-Schule. Darüber hinaus ist sie über die Hacheschule in Syke erreichbar, wo sich ihr Büro befindet (Tel. 04242/ 66344). Susanne Stelter ist über das Schulsekretariat erreichbar (Tel. 05442/2382).

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Diepholz Ausgabe 61 13.03.2010 Seite 26