Anlaufstelle abseits des Unterrichts

Beratungslehrer helfen bei Problemen

BARNSTORF(bau)Der Unterricht in den Schulklassen ist natürlich ihre Hauptaufgabe, aber sie betätigen sich noch auf einem anderen Gebiet. Christine Weißer und Ferdinand Blaesen sind Beratungslehrer. Damit unterbreiten sie ein Angebot, das seit einigen Jahren von allen Seiten immer besser genutzt wird und inzwischen volle Anerkennung in der Christian- Hülsmeyer-Schule in Barnstorf genießt.

Die beiden Pädagogen sind schon seit vielen Jahren als Lehrer und Berater an der Haupt- und Realschule tätig. Christine Weißer unterrichtet die Fächer Sport, Erdkunde, Geschichte und Deutsch an der Realschule und ist zusätzlich Ansprechpartnerin bei der Prüfung auf Lese-Rechtschreibschwäche, die in der fünften Klasse mit Unterstützung der Deutschlehrer erfolgt. Derweil konzentriert sich Ferdinand Blaesen auf Deutsch, Erdkunde, Geschichte und Politik an der Haupt- und Realschule. Er ist Fachbereichsleiter für „Arbeit und Wirtschaft“, sorgt somit schon frühzeitig für die Berufsorientierung seiner Schüler und vermittelt zusätzlich in der Schullaufbahnberatung.

cwe_fbl„Wir haben eine zweijährige, zusätzliche Ausbildung zum Beratungslehrer absolviert und geben neben dem normalen Unterricht auch Beratungsstunden“, erklären die beiden Pädagogen. Ihre Sprechzeit können sowohl Schüler als auch Eltern nutzen. Nicht zu vergessen sind die Lehrer, die dieses Angebot bei Schwierigkeiten im Umgang mit einem Schüler ebenfalls in Anspruch nehmen können.

Hauptschwerpunkt der Beratung, welche sich dann als Konfliktmoderation entwickelt, sind Themen wie Mobbing in der Schule, das Verhalten von Schülern untereinander sowie Schwierigkeiten zwischen Lehrern und Schülern. Auch bei Versagensängsten können sich Kinder und Jugendliche an die Beratungslehrer wenden. „Die Schweigepflicht hat einen großen Wert, denn die Themen sind nicht immer einfach und Vertrauen kann nur entstehen, wenn die Ratsuchenden ihre Probleme nicht in der Öffentlichkeit wieder finden“, unterstreicht Christine Weißer.

Die Freiwilligkeit und Unabhängigkeit zur Beratung ist oberstes Prinzip. Zu diesen beiden Lehrern kommen also nur diejenigen, die es von sich aus wollen und keiner Weisung durch andere Personen folgen. Ein großes Plus für die Schule: Es gibt einen Beratungsraum, der fernab der Klassenräume liegt, so dass auch andere Schüler oder Lehrer die Hilfe suchenden Personen nicht wartend vor dem Raum sehen können.

Manchmal reicht es schon aus, wenn Schüler – oder auch Lehrer – durch die Aussprache Abstand von ihrem akuten Problem gewinnen können. Die Beratung hilft dann, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen mehrmonatiger Kontakt nötig ist. Auch diese Möglichkeit räumen die Berater gern ein. Falls es geboten ist, wird auch an außerschulische Einrichtungen verwiesen, was jedoch auch in Absprache mit den Ratsuchenden erfolgt.

Die Schüler und natürlich auch Eltern und Lehrer haben die Möglichkeit, ihren ersten Ansprechpartner selbst zu wählen. Die Beratung durch die beiden Lehrer hat keinen Handlungszwang zur Folge. „Es werden keine Disziplinar- oder Ordnungsmaßnahmen ergriffen und dritte Personen werden nicht einbezogen“, versichert Ferdinand Blaesen. Lediglich im Ausnahmefall könne mit Einverständnis der dritten Person (und bei Schülern auch mit dem zusätzlichen Einverständnis seiner Eltern) die Beratung als „Auflage“ erfolgen. Die gegebenen Empfehlungen sollten immer eigenverantwortlich umgesetzt werden, ohne dass es die beiden Beratungslehrer kontrollieren. Christine Weißer und Ferdinand Blaesen sind von Montag bis Freitag außerhalb der Unterrichtsstunden im Lehrerzimmer, Raum B114, erreichbar. Sie können auch über das Schulsekretariat kontaktiert werden (Tel. 05442/2382).

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft
Diepholz Ausgabe 55 06.03.2010 Seite 26
Foto: Strümpler


 
 
 

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