„Man hätte ein Zeichen setzen können“

Zu unserem Bericht „Rat stimmt für Vereinssporthalle“ (Ausgabe vom 26. Mai 2012) schreibt Lucas Brüggemann, Projektbeteiligter und ehemaliger Schüler der Christian-Hülsmeyer-Schule:   Für wie blöd halten einige Ratsherren der Gemeinde Barnstorf eigentlich Jugendliche, die sich sozial und politisch engagieren? Scheinbar für ziemlich dumm, wenn man sie mit Lobeshymnen und schwächsten Argumenten, die ein Kommunalpolitiker sich einfallen lassen kann, einfach abspeisen will. Ich lasse mir aber genau das nicht gefallen! Knapp zwei Jahre harter Arbeit für Projekte zur Bahnhofsstraße und zur Geschichte der Juden in Barnstorf wurden schlichtweg herabgewürdigt, in dem man unserem Antrag, die neue Sporthalle in „Moritz-Wesermann-Halle“ zu benennen, nicht zustimmte. Noch während der Ratssitzung am 24. Mai wäre mir fast die Hutschnur geplatzt, als die flachsten und dümmsten Argumente gegen die Benennung angeführt wurden und schließlich auch noch erfolgreich waren. Das erste Gegenargument war, dass durch die Moritz-Wesermann-Straße schon genug dem Mitbegründer des Sportvereins gedacht wird und dass man einen Namen nicht so in den Vordergrund spielen solle. Doch wie genau ist das noch mit Christian Hülsmeyer? Eine Schule und ein Gewerbepark sind nach ihm benannt; und da ist eine Straße für ein NS-Opfer und bedeutendes Gemeindemitglied schon genug? Ich sage: Nein. Man kann gar nicht genug erinnern, denn auch Wesermann war ein Opfer von Hitler und den anderen Spinnern, die meinten, dass ein jüdischer Mensch nichts wert sei. Mit der Benennung nach Moritz Wesermann hätte man in der Gemeinde ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Integration und Toleranz setzen können, oder hat man unter den Ratsherren etwa Angst vor rechten Übergriffen, wenn man die Halle nach einem Juden benennt? Außerdem hätte die Sporthalle das Wirken von Moritz Wesermann in Barnstorf um ein vielfaches mehr gewürdigt, als ein Straßenname im letzten Winkel des Ortes, von der kaum einer weiß, wo sich diese Straße eigentlich befindet. Ein weiteres Argument bezog sich auf die Namensnennung nach einem möglichen Sponsor. Doch wer spendet denn gerade für eine Sporthalle in Barnstorf? Auf dieses Wunder können die Ratsherren wohl vergeblich warten. Die Gemeindekasse muss schon sehr gelitten haben, wenn man sich so an einen Geldgeber anbiedern muss. Alle unseren schulischen Projekte und Arbeiten sind mit Preisen, die unter dem Motto „Integration, Toleranz und Demokratie“ standen, geehrt worden. Doch waren diese zu meist überregional und wurden, außer mit entsprechenden Zeitungsmeldungen, hier kaum gewürdigt. Die Benennung der Halle in „Moritz-Wesermann-Halle“ wäre für unser Projekt ein regional sichtbares Zeichen der Anerkennung. Zudem hätte sich Barnstorf über die Kreisgrenzen hinaus das Engagement für Toleranz und Zivilcourage festigen können. Dass man den Antrag so plump abgeschmettert hat, ist auch ein Schlag gegen die Zivilcourage-Bewegung und die Bürgermut-Aktion in Barnstorf. Der Unterton der Ratsmitglieder ließ außerdem klar erkennen, dass man von der unbequemen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Zeit in Barnstorf nichts mehr wissen und hören will. Man ließ uns zwar arbeiten, doch die Aufarbeitung wollten augenscheinlich nur wenige, und dass man dann auch noch einen Antrag für die Sporthallenbenennung stellt, ging allen Parteien bis auf die Grünen zu weit. Daher wurde unsere Frage nach Stolpersteinen für die Opfer der Familie Wesermann mit der lapidaren Erklärung, dass dafür kein Antrag vorläge, abgeschmettert. Man braucht sich in der Gemeinde in Zukunft nicht zu wundern, wenn sich Jugendliche nicht mehr für Politik interessieren, wenn man so abgespeist wird. Leserbriefe geben die Meinung ihrer Verfasser wieder. Kürzungen vorbehalten.   © 2012 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft Diepholz, Diepholz 126 vom 01.06.2012, Seite: 13 zurück

Erneut ausgezeichnet

Mehrfach prämierte Schule in Barnstorf wird SMART Showcase School

Smart2012aPressebox 31.05.2012 -- Samtgemeinde Barnstorf -- Die Oberschule mit gymnasialem Zweig ist heute offiziell in das SMART Showcase Schulprogramm aufgenommen worden und zählt zu einer von 105 Referenzschulen in Europa.
Die Schule in Barnstorf repräsentiert als Referenzprojekt exemplarisch den erfolgreichen Einsatz von SMART Bildungslösungen im Unterricht. Aufgrund ihrer engagierten, ganzheitlichen Einbindung von interaktiven SMART Lösungen in den Unterricht können die Lehrerinnen und Lehrer dieser Schulen ihre Erfahrungen mit Kollegen aus anderen Schulen und Einrichtungen teilen.

Vorsicht: „Stress macht dumm“

Fünftklässler erhalten Tipps zur Selbstbehauptung / Spielerischer Unterricht

StressBARNSTORF In der Christian-Hülsmeyer- Schule in Barnstorf sind soziale Themen ein wichtiger Aspekt in der täglichen Arbeit mit Kindern. So steht für alle fünften Klassen zurzeit „Selbstbehauptung“ auf dem Stundenplan. In vier Schulstunden erfahren die 80 Schüler mehr über das Thema Gewalt und wie man ihr entgegentreten kann. Marina Nolte ist Diplom-Pädagogin und schon viele Jahre verantwortlich für die Schulung und Beratung bei sozialen Konflikten. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass dieser Kursus jedes Jahr angeboten wird. Unterstützung wird auch von der Volkshochschule des Landkreises Diepholz gegeben, weil sich die Bildungsstätte in Barnstorf um den Titel „Schulakademie“ verdient gemacht hat.

schach_bez Schachspieler zur Landesmeisterschaft

BARNSTORF Am Mittwoch war die Schachmannschaft der Christian- Hülsmeyer-Schule (Oberschule mit gymnasialem Zweig) Barnstorf mit Jannik Hoppenburg, Arne-Michael Bollweg, Felix Pleus und Loris Uhlenberg sowie ihrer Trainerin Dorothea Lettmann zur Bezirksendrunde in Obernkirchen.  Geladen waren acht qualifizierte Mannschaften der drei Vorrunden aus dem Schulbereich Hannover. Zwei Qualifikanten dürfen am Dienstag, 20. März, zur Landesmeisterschaft nach Lehrte fahren.

„Kultureller Motor“

BARNSTORF (up)Viele lobende Worte gab es auf der Informationsveranstaltung in der Christian-Hülsmeyer-Schule zur geplanten Oberschule. Schulleiter Ulrich Zieske sprach von der Schule als kulturellem Motor in der Samtgemeinde, der im Meyer-Köster-Haus, im Rathaus und auf Straßen laufe und für Kontakte zu anderen Ländern (Schüleraustausch und Fahrten) sorge. Die herausragende positive Entwicklung spiegele sich Ende der zehnten Klasse wider, wo die Kurve der Jugendlichen, die aufs Gymnasium wechseln, steil nach oben zeige.
 
 
 

Auszeichnungen

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