Intensive Vorbereitung auf Berufswelt

Christian-Hülsmeyer-Schule mit Gütesiegel ausgezeichnet / Viele Angebote außerhalb des regulären Unterrichts

BARNSTORF(sp)Die Vorbereitung auf das Berufsleben ist zweifellos einer der Schwerpunkte der schulischen Arbeit an der Christian- Hülsmeyer-Schule in Barnstorf. Dass in diesem Bereich auch außerhalb des regulären Unterrichts viele zusätzliche Angebote und Veranstaltungen unterbreitet werden, beweist das Gütesiegel „Berufswelt- und ausbildungsfreundliche Schule“, das seit einigen Tagen an der Eingangstür des Gebäudes prangt.

Der Landkreis Diepholz, die Landesschulbehörde und das Niedersächsische Kultusministerium vergeben seit sechs Jahren ein Gütesiegel an Schulen, die Ausbildungsfähigkeit und Berufswahlkompetenz von Schülern in besonderem Maße fördern. Die Haupt- und Realschule in Barnstorf hat sich in diesem Jahr erstmals um diese Auszeichnung bemüht und auf Anhieb einen Erfolg gelandet. Doch ohne Fleiß kein Preis: In einem aufwendigen Bewerbungsverfahren, das die vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen der Berufsorientierung beinhaltete, hatte die Schule ihr Konzept der Jury präsentiert.

„Es freut mich, wenn unsere Arbeit auf diesem Weg eine Bestätigung erfährt“, erklärt Schulleiter Ulrich Zieske. Sein Dank gilt allen Kollegen, die sich an der Erarbeitung des Konzeptes beteiligt haben und natürlich die Inhalte Tag für Tag in die Praxis umsetzen. Dabei bietet die Schule weitaus mehr als Betriebspraktika, Zukunftstage und Informationsveranstaltungen. Die Jungen und Mädchen werden auf vielfältige Art und Weise an die bevorstehende Berufswelt herangeführt.

Ein gutes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz. Seit einem Jahr werden Schüler wöchentlich vier Stunden in Fachpraxis unterrichtet und erhalten somit einen Vorgeschmack auf eine handwerkliche oder auch soziale Ausbildung. Außerdem verfügt die Christian-Hülsmeyer-Schule über einen eigenen Fachpraxis-Lehrer, der gezielte berufsorientierende Maßnahmen im Bereich Holztechnik anbietet. Einen Einblick in betriebliche Abläufe können die Jungen und Mädchen auch in der Schülerfirma gewinnen. Seit einigen Monaten beschäftigt sich eine Gruppe mit der Herstellung und dem Vertrieb von Creme, Shampoo und Lotionen. Technische Wahlpflichtkurse, zusätzliche Zukunftstage und Beteiligung an Wettbewerben ergänzen diese berufsorientierenden Angebote. Wenn es um die Suche nach Praktikumsund Ausbildungsplätzen, steht Heike Kenneweg den Jungen und Mädchen hilfreich zur Seite. Die Sozialpädagogin kümmert sich ausschließlich um den Übergang Schule/Beruf und bietet auch Einzelgespräche an.

Einen großen Vorteil sieht Ulrich Zieske in der Ganztagsschule, die bereits vom Großteil der Schüler in Anspruch genommen wird. Die zusätzlichen Unterrichtsstunden bieten den Lehrern mehr Möglichkeiten, um die Methoden- und Handlungskompetenzen sowie die sozialen Kompetenzen zu fördern. „Wichtig für die Berufsorientierung ist, dass wir neben dem Fachwissen auch die Schlüsselqualifikationen trainieren“, unterstreicht der Schulleiter. Hier müsse die Schule nicht selten das Elternhaus ersetzen, wo gewisse Werte und Verhaltensregeln nicht mehr mitgegeben würden. „Aufgabe von Schule ist es, die Schüler aufs Leben vorzubereiten“, sagt der Rektor. Die jungen Menschen müssten ausbildungsfähig sein und wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Gerade für Haupt- und Realschüler, bei denen die Ausbildungszeit direkt nach der Schule beginnt, sei es wichtig zu wissen, was sie in der Berufswelt erwartet. Hier müssten Ängste abgebaut und Chancen aufgezeigt werden.

Die Schule will sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen und die Berufsorientierung weiter forcieren. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Berufsbildungszentrum in Diepholz soll intensiviert werden, kündigt Zieske an. Für ihn steht bereits jetzt fest, dass sich die Schule in vier Jahren erneut für das Gütesiegel bewirbt und es somit einen dauerhaften Platz an der Eingangstür hat.

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Eine Delegation der Christian-Hülsmeyer- Schule nahm bei einer Feierstunde in den Berufsbildenden Schulen in Syke das begehrte Gütesiegel entgegen (v.l.): Isabel Vierig, Anja Pruchniewski, Stefan Böhm, Ibrahim Faris, Mario Nolting, Heike Kenneweg, Ulrich Zieske und Ferdinand Blaesen. Foto: privat

© 2010 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft
Diepholz Ausgabe 80, 07.04.2010, Seite 22


 
 
 
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