Den ganzen Tag Schule

Diepholzer Kreiszeitung 21.12.2005
Blicke auf den Stundenplan der Christian-Hülsmeyer-Schule Barnstorf Teil 3:

Förderverein hat den Appetit geweckt

 BARNSTORF (rr)

Mensa-Essen wie Chicken Crossies mit Zigeunersoße ist in der Christian Hülsmeyer-Schule heiß begehrt

Der Renner am Kiosk ist Käse-Brötchen mit Nutella. Doch auch sonst kann die Mensa in der Christian Hülsmeyer-Schule über Umsatz nicht klagen. Im Gegenteil: Die Speisen gehen weg wie die sprichwörtlichen "warmen Semmeln."
Das war nicht immer so. Mit Einführung der Ganztagsschule übernahm ein auswärtiger Caterer das Mittagessen-Angebot. Der machte nach Ansicht der Schulleitung einen entscheidenden Fehler: Er lieferte die fertigen Mahlzeiten Stunden vor der Ausgabe an. "Da schmeckten die Nudeln dann nicht al dente, sondern al matscho," erinnert sich Rektor Ulrich Zieske. Der war daraufhin gefragt, nach Alternativen Ausschau zu halten.
Die erste Wahl fiel auf den Schulförder-Verein. Der hatte schon kurz nach seiner Gründung 1999 den (Frühstück-)Kiosk übernommen und erfolgreich betrieben. Zufriedene Kinder-Mienen dankten es ihnen - den tatkräftigen Brötchengebern des Fördervereins.

Mit ihm wurde flugs ein kochbares Konzept für die mittägliche "Schulspeisung" entwickelt. Das sieht die Versorgung mit Komponenten wie Fisch, Fleisch und Gemüse durch einen Tiefkühl-Lieferanten aus Stuhr vor. Beilagen - Kartoffeln, Reis oder Nudeln - und der Nachtisch werden in der Mensa selbst zubereitet. Und vor allem "auf den Punkt": Zu den Essensausgaben um 12.15 und 13 Uhr. Das hat die Verkaufskurve wieder deutlich ansteigen lassen auf täglich bis zu 140 ausgegebene Mahlzeiten zum Einheitspreis von je zwei Euro.
Patrick (16) isst "praktisch alles gern", Funda (12) am liebsten Fisch und Pia (11] favorisiert Nudeln mit Sauce Bolognese.

 

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Aber auch Chicken Crossies mit Zigeunersoße und Kartoffelpüree stehen ganz oben auf der kulinarischer Hitparade. Allerdings eignet sich Gemüse nach wie vor nicht als "Chartbreaker". Und das weltweit bejubelte Fastfood gibt es im Barnstorfer Schulzentrum "vielleicht höchstens einmal im Monat."
Wenn Schweinefleisch auf der Speisenkarte steht, können die muslimischen Schüler auf Rindfleisch- oder Geflügel-Gerichte ausweichen. Genauso bei der Pizza. Die wird immer freitags in den Sorten Salami, Thunfisch, Pute und Margherita gebacken. Für die stets frische Zubereitung der "Mafia Torte" zeichnen die Kiosk-Köchinnen Birgit Lührs und Elke Bergel verantwortlich. "Gestandene Mütter" sind auch Rita Woldendörp (38) und Antja Meyer (36), die als 400-Euro-Kräfte für das mittägliche Salz in der Suppe sorgen: "Gemeinsam mit den Kindern macht das viel Spaß," urteilen sie über ihre "Küchenhilfen". Denn die stellten die 6. bis 8. Klassen mit fünf bis sechs Schülern pro Woche und für beide Pausen. Saskia (13) schiebt gern diesen Küchendienst, bringt er doch ein Extra-Brötchen und ein Frei-Getränke als Lohn ein. "Wir arbeiten Hand in Hand, das klappt alles gut," freut sich Jörn-Dieter Bergel (35), seit 2004 Vorsitzender des 55 Mitglieder zählenden Schulförder-Vereins, und bringt im Erfolgsrezept auch noch schnell Eigenwerbung unter: "Wir würden uns über Zuwachs freuen, schließlich wollen wir auch noch Projekte wie die Gewaltprävention forcieren."
Der Schulförder-Verein hat also Appetit geweckt - und das mit einer Zutat, die (sicher nicht nur) Schulleiter Ulrich Zieske besonders schätzt: "Die sind mit Herzblut bei der Sache..."

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