Der Held rappte nur auf der Leinwand

 Realschüler eröffneten Ausstellung zum Thema „Zivilcourage und Gewaltprävention“ / „Wir können auch anders!“

BARNSTORF(sp)Die Klasse R10g war am Montagabend stark dezimiert, als ihre Ausstellung zum Thema „Zivilcourage und Gewaltprävention“ im Rathaus in Barnstorf eröffnet wurde. Sechs von 23 Schülern mussten wegen Grippe oder Erkältung passen. Selbst Paavo Hellwich konnte nicht an der Feierstunde teilnehmen, dabei wäre er der Held des Tages gewesen. Schließlich war er es, der mit seinem Songtext „Wir können auch anders!“ einen Bundeswettbewerb gewonnen hatte. „Es ist schön, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs in diesem würdigen Rahmen präsentiert werden“, freute sich Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers in seiner kurzen Begrüßungsansprache. Es sei fantastisch, dass sich die Klasse mit dem Thema befasst und der Erfolg beim Bundeswettbewerb dazu beigetragen habe, dass der Name der Christian-Hülsmeyer-Schule und der Samtgemeinde Barnstorf in den öffentlichen Fokus gestellt worden sind. Außerdem wurden die Schüler dafür gelobt, dass sie sich mit ihrer Arbeit für das Gemeinwohl einsetzten. Es sei wichtig, dass sich die Bürger mit der Gemeinde identifizierten, betonte Lübbers. Inspiriert von einem bundesweiten Lyrics-Wettbewerb, hatten sich die Jugendlichen im letzten Schuljahr mit den Themen Gewalt, Gewaltvermeidung, Jugend, Alkohol und Vorurteile auseinandergesetzt. Dabei entstanden Gedichte, die zum Nachdenken anregen und die Menschen wachrütteln sollen.  „Danke für das Engagement und dass Sie uns hin und wieder zum Erfolg getreten haben“, erklärte Lucas Brüggemann (15) mit einem Augenzwinkern, als er die Arbeit von Klassenlehrerin Dorit Schierholz vor der versammelten Gästeschar würdigte. Die Pädagogin nahm das Kompliment gerne an, wies im gleichen Atemzug aber darauf hin, dass solch ein Erfolg viele Väter und Mütter habe. Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde hätten die Kinder unterstützt. „Als Ergebnis ihrer Erziehung sind die Texte sicherlich auch zu sehen, in dem sie ihre Kinder durch viele Erfahrungen und Wertevermittlung geprägt haben“, betonte Schierholz. Die Klassenlehrerin schilderte noch einmal die Entstehung des Projektes, das mit dem Gewinn eines Workshops der Popakademie Baden Würrtemberg gekrönt wurde. Die Arbeit mit den Profis aus Mannheim war gefilmt worden, so dass sich die Gäste am Montagabend einige Video-Ausschnitte ansehen konnte. wir_h1   Da flimmerte dann auch Paavo Hellwich über die Leinwand und rappte seinen Hit. Natürlich gab es auch Beiträge, die live auf der Bühne im Ratssaal vorgetragen wurden. „Wir können anders“, sangen die Schüler im Chor. Mit ihren selbst verfassten Texten verurteilten sie jegliche Form der Gewalt und warben stattdessen für Respekt und Wertschätzung. Es waren eindringlich Worte, die zum Nachdenken anregten. Begleitet von Frederik Darnauer am Klavier, konnte das Publikum die Botschaften auf der Leinwand auf sich wirken lassen. „Du bist was Besonderes“, lautete die Botschaft von Nina Pohler, die ihren Beitrag ganz allein auf der Bühne ablieferte. Ihr Lampenfieber hatte die 16-Jährige schnell abgelegt. Sie schilderte Alltagssituationen, in denen Menschen wegsehen und nur an sich denken. „Sei du nicht wie die anderen. Deine Stimme zählt. Du kannst etwas tun und Gewalt stoppen“, lautete der Appell. „Was soll das alles mit der Gewalt, kann man denn nichts tun?“, fragte Nachwuchsmoderator Lucas Brüggemann in die Runde und gab sogleich die Antwort: „Doch, wir können auch anders!“ wir_h2wir_h3 Der Applaus der Zuhörer folgte auf dem Fuß. Applaus für die gelungene Vorführung und die Ergebnisse, die jetzt bis 14. Januar im Foyer des Rathauses zu sehen sind. Die Schüler präsentierten die Ergebnisse ihrer Projektarbeit. Für die Darbietungen und die Vorführung eines Videos gab es Blumen von Bibliothekarin Christiane Roth und Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. Fotos (3): Speckmann   © 2010 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft Ausgabe Diepholz 282 vom 02.12.2010, Seite: 26