Fahrten und Ausflüge

Englandfahrt 2017 - Hastings

Barnstorf. Schulparkplatz. 6 Uhr am Sonntag... Wir - 41 vollbepackte Schülerinnen und Schüler, Frau Busch, Frau Mandel und Frau Tag - machen uns auf den Weg zu unserem Reisebus. Wer den Ausweis nicht am Körper parat trägt kommt hier gar nicht erst rein. Busfahrer Hermann und Frau Busch haben das im Blick. Zum Glück dürfen alle Koffer samt Besitzer mit. Ein paar Listen abhaken, durchzählen, den Eltern zuwinken und dann geht es auch schon los Richtung Autobahn. Nach 2 Stunden hat Hermann genug und übergibt den Bus voller neugieriger Passagiere an Olli. Der wird dann auch prompt vom Bundesamt für Güterverkehr kontrolliert. Wir vertrauen ihm aber voll und ganz, denn er ist klassenfahrtenerprobt.

Die Fahrt führt uns von Deutschland über Holland zunächst nach Belgien. Dort stellen wir fest, dass man dort mit allen Euros zahlen kann – nicht nur mit belgischen. Olli hat es offenbar faustdick hinter den Ohren und veräppelt uns gerne. Die Fähre verpassen wir trotz seiner zügigen Fahrweise. Wir sind nicht die einzige Schulgruppe, die am Sonntag nach England übersetzen will. Geduldig lassen wir alle Kontrollen über uns ergehen und genießen die Überfahrt vom französischen Calais ins englische Dover. Die weißen Kreidefelsen können wir schon von weitem sehen und freuen uns den Schulvorrat an Kreide bald wieder aufstocken zu können. Ja ja, der Olli hat in Frau Busch eine Verbündete in Sachen Witze gefunden.
In England angekommen fahren wir fortan auf der linken Seite bei strahlendem Sonnenschein durch die schöne Landschaft und stellen unsere Uhr eine Stunde zurück. In Hastings erwartet uns bereits Alicia von Senlac-Tours, die uns noch schnell ein paar Informationen über die englische Lebensweise gibt, bevor es in die Gastfamilien geht und wir den ersten Tag ausklingen lassen können.

 

Am nächsten Tag üben wir erstmal, wie man sich pünktlich an einem Pick-Up-Point einfindet, um dann problemlos bei Olli in den Bus einsteigen zu können. Wie gesagt, wir üben noch. 45 Minuten dauert das heute, aber dann kann es endlich losgehen. Kurz vor London erklärt uns Olli in seiner ruhigen Art schon mal, worauf wir uns freuen können und dann geht es mit dem Wassertaxi ins Zentrum. Die Glocke 'Big Ben' können wir in diesem Jahr leider nicht hören, da der Turm gerade renoviert wird. Am Themseufer treffen wir Josephine, die uns auf eine flotte 'Walking Tour' durch Westminster mitnimmt. Sie spricht extra für uns Deutsch, aber wir stellen fest, dass man in London sehr gut zuhören muss, um ihren spannenden Erzählungen zu folgen, da es hier im Vergleich zu Barnstorf ziemlich laut und voll ist. Das mit den Selfies klappt aber schon mal gut und auch das erste Gruppenfoto gegenüber vom London Eye ist schon im Kasten. Wir haben gehört, dass Frau Busch Fan von Gruppenbildern ist und machen natürlich brav mit.

Als nächstes geht es in den Tower of London. Wir sind erstaunt, wie alt diese Gemäuer sind und lesen lieber nicht alle Infotafeln durch, damit wir flott in die modernen Teile der Shoppingmetropole eintauchen können. Vorher fahren wir aber auf einer Art Fließband noch an den Kronjuwelen vorbei – beeindruckend!! Warum wir keine 'Royal family' haben, müssen wir mal unsere Geschichtslehrer fragen. Nach etwas Freizeit rund um den Tower, geht es mit dem Wassertaxi zurück zu unserem Bus an der O2 Arena und dann nach Hastings.

Gut ausgeschlafen klappt das mit den Pickup-Points am Dienstag schon viel besser und wir machen uns auf den Weg nach Dover, um die neue Kreide für die Schule abzuholen. ;) Dort besichtigen wir die berühmte, geschichtsträchtige Burg oben auf den Felsen. Von hier kann man bis Frankreich gucken und sich super über Geschichte informieren. Wir lernen worum es in dem neuen Weltkriegsfilm über Dünkirchen mit Harry Styles (kreisch) wirklich geht und folgen Frau Busch durch die alten Gemäuer. Frau Tag fängt auch noch an mit Gruppenfotos und Frau Busch lässt uns draußen schick vorm Castle gleich nochmal posieren. Aber wie gesagt, das Posieren klappt super und auch die Selfies auf dem Dach der Burg werden dank Londoner Selfiestick mega gut.
Nach den historischen Eindrücken fährt Olli uns geduldig nach Hastings zurück und lässt uns an der Promenade aussteigen. Die Luft ist wunderbar und wir werden ein bisschen hungrig. Wie gut, dass Frau Busch uns zur englischen Teestunde mitnimmt, wo uns eine echte englische Lady alles zu den viktorianischen Bräuchen erzählt und zeigt, wie man Tee richtig einschenkt und wie man Scones mit Marmelade und 'Cream' bestreicht. Wir genießen den berühmten englischen 'Cream Tea' sehr und lassen das vergnügte Zusammenkommen mit einem Tänzchen ausklingen, bevor wir unsere Freizeit zum Shoppen nutzen. Olli bringt uns pünktlich zum Dinner wieder an die Pickup-Points und wir genießen den Abend mit den Gastfamilien.

Das wechselhafte Wetter am Mittwoch hilft uns einen Rekord beim flotten Einsammeln an den Pickup-Points aufzustellen und wir fahren durch hübsche Küstenorte wie Bexhill und Eastbourne Richtung Beachy Head. Hier wandern wir an den Kreidefelsen entlang und bestaunen die Küste und den Ausblick, bevor es nach einem Gruppenfoto nach Brighton in den Royal Pavilion geht. Dieser exotische Palast beeindruckt uns mit seinen aufwändigen Verzierungen und seinem asiatischen Flair. Zum Abschluss des Tages zieht es uns in unserer Freizeit in die Geschäfte der Stadt und auf den legendären Pier. Abends werden wir in den Gastfamilien bekocht und müssen schon unsere Koffer packen. Wie schnell die Zeit vergeht...

Am Donnerstag treffen wir uns wieder viel zu früh dort, wo wir am ersten Tag ankamen: Falaise Road, Hastings. Koffer und Ausweise parat gehalten, dürfen wir einsteigen und unserm Olli ein Geburtstagsständchen singen, bevor wir mit Senlac-Mitarbeiterinnen über unsere Erfahrungen mit den Gastfamilien sprechen. Zum Abschluss machen wir noch einmal die Hauptstadt unsicher. An der'Tube Station' an der O2 Arena lernen wir, worauf wir achten müssen: Auf der Rolltreppe rechts stehen, wie man das Ticket richtig benutzt, wie man einen U-Bahnplan liest, welche Stationen und welche Linie wir brauchen, dass man Sitzplätze älteren Herrschaften und Schwangeren überlässt und dass man immer erst alle aussteigen lässt, bevor man einsteigen darf. Nach dem Londoner Prinzip geht es mit erhöhter Schwierigkeitsstufe (Umsteigen!) bis nach South Kensington. Hier sehen wir uns im Natural History Museum um. Im Foyer hängt das riesige Skelett eines Blauwals, im nächsten Raum gibt es eine Rolltreppe, die durch den Erdball führt, im Nebengebäude können wir Gesteinsproben und Meteoriten bewundern und uns viele exotische und heimische Tiere ansehen.
Mit der U-Bahn geht es weiter zum berühmten Piccadilly Circus, der heute nicht ganz so aussieht wie im Englischbuch, da die Werbetafeln verhängt sind. Durch die Edelboutiquen-Regent-Street laufen wir bis zu unserem Treffpunkt in der Oxford Street und dann geht das Shopping richtig los. Hier gibt es alles: Primark, Forever 21, H&M, Debenhams, House of Fraser, HMV, McDonalds, Disney Store, Schuhläden, Klamottenläden, Handyläden, Souvenirläden - einfach alles!

Vollbepackt geht es in der 'Rush Hour' mit der U-Bahn müde aber glücklich zum Bus, wo uns Olli schon erwartet und wir mit einem letzten Blick aufs abendlich beleuchtete London die Rückreise antreten. Die Spannung lässt aber längst nicht nach, denn wir fahren durch den Euro-Tunnel zurück. Olli muss passgenau in einen langen, engen Zug fahren, bevor vor und hinter uns alles dicht gemacht wird. Die Fahrt vergeht sehr schnell und es ruckelt zum Glück nur wenig. Für den Notfall hat Olli Taucherbrillen unter den Sitzen verstaut..., aber es geht alles gut. ;)

Auf der französischen Seite angekommen stellen wir die Uhr wieder eine Stunde vor und singen Frau Mandel und Claudia ein Geburtstagsständchen. Olli fährt uns sicher mit ein paar Päuschen durch die Nacht, bis wir glücklich und fast ausgeschlafen am Freitagmorgen an der Schule ankommen. Wir sammeln unsere Koffer und unsere Londoner Souvenirs ein und begrüßen die wartenden Eltern mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Erinnerungen im Gepäck.

 

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