„Wir hoffen, dass die Sonne scheinen möge“

Neue Photovoltaikanlage auf der Christian-Hülsmeyer-Schule geht in Betrieb

BARNSTORFAuf knapp fünf Stunden hatten die Meteorologen die Sonnenscheindauer gestern in der Region Barnstorf vorhergesagt – für die Betreiber von Photovoltaikanlagen durfte es sicherlich etwas mehr sein. Dennoch war die Stimmung heiter in der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf. Die neue Solaranlage auf dem Schuldach, seit Ende April bereits am Netz, wurde gestern offiziell in Betrieb genommen. Mit dabei: Vertreter des Landkreises, der Schulleitung, der Öko-Energie Huntetal und der Samtgemeinde. Schulleiter Ulrich Zieske freute sich über die gelungene Kooperation von Schule, Landkreis und Öko-Energie Huntetal, durch die es gelungen sei, eine solche Anlage „auf‘s Dach“ zu bekommen. „Darauf sind wir stolz“. Es werde mehr Strom erzeugt, als die Schule verbrauche. Landrat Cord Bockhop als Vertreter des Schulträgers blickte auf die Planungen zurück und beschrieb die „emotionale Hürde“, die es trotz aller ökologischen Vorteile anfangs gab: „Wer hat schon gern, dass einem auf‘s Dach gestiegen wird?“ Doch alle offenen Fragen wurden geklärt und es kam zu einer produktiven Kooperation. „Wir hoffen, dass die Sonne scheinen möge“, meinte Bockhop, „nicht nur aus Urlaubsgründen.“ Jürgen Düver, Vorstandsvorsitzender der Öko-Energie Huntetal, erinnerte an die Ursprünge der Solar-Idee. Ausgangspunkt war die geplante Bürgersolaranlage auf dem Dach der neuen Vereinssporthalle in Barnstorf gewesen. Nach der Gründungsversammlung der Genossenschaft im August 2011 mit 45 Bürgern aus Barnstorf und Umgebung hat sich die Mitgliederzahl rasant entwickelt. Inzwischen stehen 99 Mitglieder mit knapp 350000 Euro eingezahlten Geschäftsguthaben auf der Liste. „Die Nachfrage ist sehr hoch“, berichtete Düver. So sind mittlerweile zwei Anlagen am Netz mit einem Investitionsvolumen von rund 350000 Euro. Die neue Anlage auf der Christian-Hülsmeyer-Schule besteht aus 377 Modulen mit einer erwarteten Leistung von rund 80000 Kilowattstunden. Die Investitionskosten betrugen rund 170000 Euro. Zunächst war geplant, den Strom direkt im Schulzentrum zu verbrauchen. Doch die starken Kürzungen bei EEG-Förderung verhinderte dies, sagte Düver. Zudem passten der Zeitraum der Erzeugung des Stroms und der Zeitraum des Verbrauchs nicht zueinander – die Schulzeit orientiert sich bekanntlich nicht an der Sonne. „Der Schulbeginn müsste idealerweise auf 10 bis 11 Uhr verschoben werden“, schlug Düver nicht ganz ernst gemeint hinzu. „Und vor allem: die Sommerferien müssten gestrichen werden. Ferien nur noch von November bis Februar.“ Für die Schüler wird die neue Anlage auf dem Dach auch bald im Unterricht Thema werden. Die Daten sollen der Schule zu Unterrichtszwecken elektronisch zur Verfügung gestellt werden.sr Die ersten Leistungsdaten der neuen Photovoltaikanlage sind schon dokumentiert. Foto: Reckmann
Diepholz 154 vom 04.07.2012, Seite: 13

 
 
 
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