Diepholzer Kreiszeitung 28.06.2006
Blicke auf den Stundenplan der Christian-Hülsmeyer-Schule Barnstorf
Teil 11: Mit Videoeffekten zu einer Eins BARNSTORF (rr)
Teilnehmer des Wahlpflichtkurses Informatik lernen nicht nur Tabellenkalkulation, sondern beweisen auch enorme Kreativität

Lars bekommt eine glatte Eins. Der gestern 18 Jahre gewordene Breakdancer hat eine Präsentation hingelegt, die in Text, Bild und Musik in sich schlüssig ist und zudem mit ,,heftigen" Effekten bestückt. Das hat den Fachbereichsleiter Informatik an der Christian- Hülsmeyer-Schule, Ulrich Zieske, bewogen, dem Schüler die Höchstnote zu verpassen.
Auch die anderen Teilnehmer an diesem Wahlpflichtkursus stimmen nach Studium des Werkes der Benotung zu. Dabei haben sie selbst einiges vorzuweisen.
Max beispielsweise, dem eine klare Gliederung seiner Präsentation mit Steckbrief und anderen Bereichen bescheinigt wird. Zudem hat er die Bilder mit ,,Hot Spots" beschriftet. Und als Mitglied der echten Barnstorfer Band ,,SOS", die einen (MTV-)Auftritt am Freitag beim 28. Kreis-Jugend und Kinder Turnfest, gleich neben der Hülsmeyer-Schule hat, rückt er natürlich diese Formation ins rechte Licht. ,,Zwischen Zwei und Eins," wertet Kursusleiter Zieske, der selbst Informatik ais Steckenpferd gesattelt hat.
Die modernen Informations- und Kommunikations- Technologien sind aus dem beruflichen und privaten All tag nicht mehr wegzudenken. ,,Neben Lesen, Rechnen und Schreiben wird der sichere Umgang mit dem Computer schon häufig ais weitere Kulturtechnik definiert," erläutert Ulrich Zieske. Deshalb nehme das Fach Informatik eine zentrale Stellung im Rahmen; des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes der Christian-Hülsmeyer-Schule ein. Im Wahlpflichtkursusbereich wird es in mindestens drei Jahrgängen zwischen dem 6. und 10. Schuljahr angeboten. Dabei werden diverse Möglichkeiten dieser Technologie exemplarisch erlernt, aber auch Grenzen und Gefahren angesprochen.
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Die Schüler lernen mit Textverarbeitungs-Programmen formgerechte und gestalterisch ansprechende Texte (wie Bewerbungen) zu schreiben oder Serienbriefe zu konzipieren. Schriftliche Referate werden nach wissenschaftlichen Kriterien mit Gliederung, Fußnoten und Bildverzeichnis erstellt. Mit Hilfe von Tabellen-Kalkulations-Software lösen die Schüler mathematische Probleme wie den Tilgungsverlauf eines Darlehens. Sie programmieren für kleinere (Schein)-Firmen eine automatische Rechnungsstellung und aufwändige Lagerverwaltung. Oder sie schreiben ein Programm zur Erfassung von Daten eines Sportfestes.
Dazu wird die gezielte Informationsbeschaffung aus dem Internet für Referate oder Hausaufgaben aufgezeigt.
Dies wird von der Schülern keineswegs als Pflicht empfunden und dennoch gibt es eine Kür. Mittels Präsentations-Software geben die Schüler ihren mündlichen Referaten den entsprechenden Pfiff. Dabei bilden Bildbearbeitungs- oder Videoschnitt-Programme die Grundlagen für sinnvolle Freizeitaktivitäten. Die Programmierungsschritte bringt ihnen Tasten-Tausendsassa Zieske bei.
Vor dem Schirm beweisen die Schüler eine enorme Kreativität. Acht Stunden hatten sie Zeit für ihre Abschlussarbeiten, in denen zunehmend Heavy Metal, aber auch Hip-Hop und Breakdance die Szene(n) bestimmen.
Entstanden sind visuelle Visitenkarten. Oder, wie es Nadine (18) formuliert, ,,einfach nur Erinnerungen an unsere Schulzeit auf CD gebrannt..."