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Christian-Hülsmeyer-Schule

Oberschule mit gymnasialem Zweig

der Samtgemeinde Barnstorf

 

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Diepholzer Kreiszeitung 22.12.2007
Blicke auf den Stundenplan der Christian - Hülsmeyer - Schule Barnstorf
Teil 19:

Mädchen erobern "Männerdomäne"

BARNSTORF (rr)
Im "Amazonen-Kursus" werden sie zum Werken ermutigt und sollen so langfristig Hemmschwellen abbauen

Tief in eine „Männer-Domäne" eingedrungen sind die Mädels der siebten und achten Klassen der Christian-Hülsmeyer-Schule: In den Werkraum. Im so genannten „Amazonen-Kursus" lernen sie den Umgang mit Hammer, Bohrer, Säge und Lötkolben.
„Wir versuchen, die Mädchen ans Werken heranzuführen, denn sie haben im handwerklichen Bereich durchaus Berufschancen," gibt sich Rektor Ulrich Zieske optimistisch. Dieses Techniktraining bietet die Ganztagsschule im Rahmen ihres neuen Programmes „Berufsorientierung" an. Finanziert wird es zu 50 Prozent von der Bundesagentur für Arbeit und zu je 25 Prozent von der Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde und aus dem Ganztagsbudget der Schule.
Für die selbstständige Technik-Trainerin Martina Wojciechowski aus Syke-Henstedt steht Motivation im Mittelpunkt. Die Bewegungs-Pädagogin und Kunst-Schmiedin erfügt über vierjährige Erfahrung auf diesem Feld, hat es bislang aber nur bei Ferienkursen oder in Jugendzentren „beackert". Ihre erste Erfahrung in einer Schule ist positiv: „Die Begeisterung ist da, wenn auch sehr unterschiedlich." Bei dem Spagat zwischen "dürfen" und "müssen" lernen die Mädchen zunächst einmal die wichtigsten Handwerkzeuge kennen. Erstaunen löste aus, dass ein Zollstock „offiziell" Holzgliedermaßstab heißt. „Aber wenn der nicht aus Holz ist?" Eine der wenigen Fragen, die in dem 36-stündigen Kompaktkurs unbeantwortet blieb.
In der Praxis wurden einfache Formen gebogen -Drähte zu Kreisen, Drei- und Rechtecken. Bei der Fertigung eines Namensschildes, das sich auch bestens als Halter für Karten eignet, kam die Holzverarbeitung hinzu: Sägen, schärfen, feilen. Bei der Herstellung einer Duftlampe war nicht nur Genauigkeit gefragt: Das Austreiben einer Kupferplatte erforderte „ordentlich Wucht."
So trug Charlen (14), die „so etwas noch nie gemacht hat", auch leichte Schrammen davon, die sie allerdings locker wegsteckte.
Jasmin (13) beurteilte den Schwierigkeitsgrad des von ihr erstmals geschaffenen Drehgestells als „mittelschwer - dazu braucht man schon Kraft." Ihr Berufswunsch ist Frisörin. Da konnte Martina Wojciechowski hilfreiche Unterstützung bieten. Die 41-jährige Techniktrainerin brachte dazu zwei Übungsköpfe mit in den Unterricht. Ein perfektes Training für Jasmins spätere Berufsvorstellung.

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So lernen die Mädchen möglichst viele verschiedene Tätigkeiten, Bedingungen und Vorhaben in Betrieben sowie die dazugehörigen Werkzeuge kennen. Dabei werden die Inhalte möglichst spielerisch näher gebracht, um sie zu ermutigen und langfristig Hemmschwellen abzubauen. „Ist doch gut, dass wir Sachen ausprobieren, die sonst nur die Jungs machen," meinte Sarah (15): „Da können wir wenigstens ab und zu mitreden."
Nur für Jacqueline (15) war das alles nichts: „Werken ist nicht mein Ding. Das würde ich niemals zum Beruf machen. Aber ich will ohnehin Fußballspielerin werden."
Und dann war da ja noch Charlen, die sich trotz der erlittenen Blessuren vorstellen kann, Tischlerin zu werden. Talent ist vorhanden.Für ihren Hasen Karlchen hat sie schon ein neues Zuhause als Holz gezimmert.

 
 
 
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